EU-Zertifizierung für BBZ Hildesheim
Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen erhält im Januar 2012 als erste Handwerkskammer in Niedersachsen eine EU-Zulassung
Wer eine EU-Zulassung anstrebt muss zunächst über optimale Produktionsstätten verfügen und für die richtigen Arbeitsbedingungen sorgen. Dies umfasst eine akkurate Arbeits- und Personalhygiene. Hinzu kommt, dass bei allen Produktionsstufen eine lückenlose Dokumentation gewährleistet und auch schriftlich belegt werden muss: Wann ist etwas eingekauft, wann zerlegt und wann und womit verarbeitet worden? Ebenso muss die lückenlose Rückverfolgung der Fleisch- und Wurstwaren sichergestellt sein.
Von der Temperaturkontrolle der Kühleinrichtungen über den Nachweis, ob die Wurstwaren bei der Herstellung alle richtigen Erhitzungsparameter erreicht haben, bis hin zur Schädlingsüberwachung wurde bei dem EU-Audit am 10. Januar 2012 vom neutralen Prüfungsinstitut LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) alles genau begutachtet.
Unter den wachsamen Augen der Prüferin Dr. Förster von der LAVES und der zuständigen Veterinärin Dr. Evers wurde eine sehr gewissenhafte Betriebsinspektion durchgeführt. Anschließend erfolgte die Überprüfung der entsprechenden Dokumentationen. Gegen Mittag fiel dann der entscheidende Satz: "Die sofortige Zulassung wird erteilt."
Der verantwortliche Lehrwerkmeister des BBZ Hans-Dieter Syska zeigt sich sichtlich erleichtert: "Ich freue mich. Fast ein Jahr habe ich auf diesen Tag hingearbeitet. Es musste einfach alles perfekt sein." Unterstützt wurde Syska insbesondere von der Mitarbeiterin des Fleischer-Dienst Braunschweig, Iris Korte. Gemeinsam mit ihr traf er alle Vorbereitungen. Außerdem begleitete Korte das Audit. Reinhard Ludwig, Gebäudemanager des Berufsbildungszentrums stellte alle erforderlichen Mittel zur Verfügung und sorgte für einen reibungslosen technischen Ablauf.
Warum beantragt eine Handwerkskammer auf freiwilliger Basis eine EU-Zulassung?
"Zum Einen ist da die Vorbildfunktion", berichtet Syska. "Als überbetriebliche Ausbildungsstätte von zukünftigen Fleischergesellen und Fleischermeistern müssen wir mit höchstem Qualitäts- und Hygieneanspruch vorbildhaft vorangehen. Die EU-Zulassung muss ihren Schrecken verlieren und bereits in der Ausbildung vorgelebt werden, damit sie später im Unternehmen wie selbstverständlich integriert bzw. umgesetzt wird", betont Syska. Hinzu kommt, dass im Rahmen des Lehrplans entsprechend bezogene Materialien bearbeitet das BBZ wieder verlassen könnten. "Das ist nicht unser Anliegen", so Syska. "Schließlich wollen wir unseren Betrieben keine Konkurrenz machen. Wir wollen Transparenz und damit die Qualität und das hohe Niveau unserer Ausbildung kenntlich machen. Wer bei uns lernt, arbeitet von Beginn an mit hochwertigen Produkten und wird mit europaweiten Richtlinien vertraut gemacht."
Das Thema EU-Zulassung wird ab 2012 auch Teil der Ausbildung in den Meisterlehrgängen sein.
Alle wichtigen Informationen rund um das Thema Förderung und das sogenannte Meister-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) erhalten Sie auf unserer Internetseite und von unserer
Ansprechparterin:
Susanne Raupach
Für Betriebe bietet IWIN individuelle Fördermöglichkeiten.
Ansprechpartner zu diesem Thema:
Jana Heeg
Daniela Riedel